
VoxaFlow im Überblick: Offline-Diktat für den Mac, das den Text gleich aufräumt
Autor: Holger Erbe • • KI & AI
Wer viel schreibt, kennt die Situation: Der Gedanke ist fertig, aber das Tippen dauert. Diktieren wäre schneller, nur schreiben die meisten Diktierfunktionen jedes „ähm“, jeden Satzabbruch und jede Korrektur mit. Der Text muss danach noch einmal überarbeitet werden. VoxaFlow setzt genau an dieser Stelle an. Die Mac-App wandelt Sprache in sauberen, fertig formatierten Text um und arbeitet dabei komplett lokal. Sie ist von mir entwickelt und steht derzeit als kostenlose Public Beta (Version 0.7.2) zum Download bereit.
Alles bleibt auf dem Mac
Ich fange mit dem Datenschutz an, weil er bei Diktier-Apps die wichtigste Frage ist. Die Spracherkennung (Parakeet TDT v3) und die anschließende Textbereinigung durch ein Qwen3-Modell laufen vollständig auf deinem Mac, auf Neural Engine und GPU. Ohne WLAN funktioniert die App genauso. Deine Aufnahme liegt nur während des Diktats im Arbeitsspeicher und wird danach verworfen.
Die App verbindet sich mit genau drei Zielen, alle auf eigenen Servern in Deutschland bei Hetzner:
Nach der Installation lädt sie einmalig die Modelle herunter (rund 2,5 GB).
Täglich fragt sie nach Updates. Diese Abfrage lässt sich ausschalten.
Ab Version 0.8 gibt es eine Beta- bzw. Lizenzprüfung, danach alle 30 Tage. Dabei gehen eine gehashte Geräte-ID, die App-Version und, falls vorhanden, der Lizenzschlüssel an den Server. Name, E-Mail und Nutzungsdaten sind nicht dabei.
Stimme, Text, markierte Inhalte und genutzte Apps werden nie übertragen. Das prüft ein automatisierter Netzwerktest: Er startet die App, protokolliert alle Anfragen und schlägt fehl, wenn ein fremder Server auftaucht. Wer es genau wissen will, findet die vollständige Liste auf voxaflow.ai/privacy.
Bedienung
fn-Taste halten, sprechen, loslassen. Rund eine Sekunde später steht der Text an der Cursorposition, mit Satzzeichen und korrekter Groß- und Kleinschreibung. Es funktioniert in allen Programmen, in die du klicken kannst, zum Beispiel Mail, Slack, Notion, Notes, Terminal, VS Code, Cursor oder Claude Code. Eine Einrichtung pro App ist nicht nötig, weil VoxaFlow wie eine Tastatur tippt.
Lange Diktate werden schon während des Sprechens verarbeitet. In meiner Messung (Version 0.6.5, M3 Mac, Modell Qwen3 4B) dauerte es nach einem 95 Sekunden langen Diktat 1,2 Sekunden bis zum fertigen Text.
Vom Gesprochenen zum fertigen Text
Das Sprachmodell hinter der Bereinigung greift an vier Stellen ein. Es entfernt Füllwörter in allen unterstützten Sprachen. Es übernimmt Korrekturen, sodass aus „Schick den Entwurf an Mark, nee, an Mike bis Freitag“ der Satz „Schick den Entwurf an Mike bis Freitag.“ wird. Es behandelt Denkpausen nicht als Satzende. Und es schreibt Namen und Fachbegriffe so, wie sie in deinem Wörterbuch stehen. Dein Tonfall bleibt dabei erhalten, die App formuliert nichts um.
Mit dem Command Mode (Control + fn) bearbeitest du bestehenden Text per Sprache. Du markierst einen Absatz und sagst zum Beispiel „mach das kürzer“ oder „übersetze ins Englische“, und die Auswahl wird direkt ersetzt. Diese Funktion ist Teil der Pro-Edition.
Sprachen und Systemanforderungen
VoxaFlow versteht 25 europäische Sprachen und erkennt sie automatisch, darunter Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch, Italienisch, Niederländisch und Polnisch. Ein Wechsel zwischendurch braucht keine Umstellung. Du brauchst einen Mac mit Apple Silicon (M1 oder neuer), macOS 14 oder neuer und etwa 3 GB freien Speicher. Bei 8 GB Arbeitsspeicher verwendet die App automatisch ein kleineres Bereinigungsmodell, ab 16 GB das größere.
Was noch kommt
Die Coding Edition ist in Entwicklung. Sie soll Bezeichner und Dateinamen aus deinem Repository korrekt schreiben (etwa SettingsView oder MAX_RETRIES) und bringt einen Terminal-Modus für den Einsatz mit Coding-Agenten mit. Aus deutscher Sprache kann sie englische Prompts erzeugen, wobei technische Begriffe erhalten bleiben.
Für das iPhone ist eine Version geplant, die du über den Action-Button startest. Du sprichst, und der bereinigte Text landet in der Zwischenablage. Ein Termin steht noch nicht fest.
Kosten
Bis zum 31. Januar 2027 ist die Beta kostenlos und enthält alle aktuellen Funktionen, ohne Account und ohne Zahlungsdaten. Ab dem 1. Januar 2027 gibt es drei Editionen als Einmalkauf, jeweils für zwei Geräte:
Free kostet nichts und umfasst 2.500 Wörter pro Woche, Diktate bis 2 Minuten, KI-Bereinigung und 25 Wörterbuchbegriffe. Pro kostet 49 Euro und hebt die Wortgrenze auf, erlaubt Diktate bis 15 Minuten und enthält Command Mode, Snippets, Verlauf und eigene Stile. Die Coding Edition kostet 89 Euro und umfasst zusätzlich die Coding-Funktionen. Die ersten 500 Käufer zahlen den Einführungspreis von 39 bzw. 69 Euro, und wer die Beta nutzt, bekommt diesen Preis garantiert.
Läuft die Beta aus, bleibt VoxaFlow als Free-Edition nutzbar. Wörterbuch, Einstellungen und Verlauf bleiben auf deinem Mac erhalten.
Download und Dokumentation gibt es unter voxaflow.ai
